DIE LINKE ist darüber enttäuscht, wie leichtfertig mit öffentlichen Ämtern umgegangen wird. Lothar Koch hat bis 2010 sein Mandat. Nun scheidet er ohne Not aus. Dass ausgerechnet die SPD ihn aus seinem Amt drängt, sagt viel über den Respekt und den vorherrschenden Umgangston in der SPD aus.
DIE LINKE hat sich seit vielen Jahren für die Direktwahl des Landrates eingesetzt. Und das wäre auch nach Ablauf der Amtszeit ganz normal möglich gewesen. Die Angst vor einer Direktwahl durch die Bürgerinnen und Bürger dieses Landkreises ist völlig unverständlich. Der beabsichtigte Wechsel auf den Posten des Vorsitzenden des Kreistages noch mehr: Wie kann jemand, der gestern noch der Verwaltung vorstand, morgen das Gremium vertreten, das die Verwaltung kontrollieren soll. Selbst in der Wirtschaft bricht sich immer mehr Bahn, dass es einen schalen Beigeschmack hat, wenn der Vorstandsvorsitzende an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt.
Diesen schalen Beigeschmack empfinden auch Mitarbeiter der Verwaltung, wie uns mehrfach anvertraut wurde. Außerdem erinnert DIE LINKE daran, dass die Stelle des Landrats immer noch öffentlich auszuschreiben ist. Wenn im Vorfeld schon mit Namen agiert wird, öffnet das Tür und Tor für berechtigte gerichtliche Auseinandersetzungen, die dann der Landkreis finanziell zu schultern hat. Es ist also durchaus angesagt, nicht schon jetzt über bestimmte Nachfolger zu spekulieren.