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26. Dezember 2009

Die Schleuse Kleinmachnow – Wer kämpft da eigentlich wofür?

Die Oberfläche verbirgt im Leben oft, worum es eigentlich wirklich geht – ganz am Rande wird es manchmal schlaglichtartig deutlich. In allen Zeitungen schreibt man über die Widerstände gegen den unmäßigen Schleusenausbau in Kleinmachnow. In einer für eine ganz andere Zielgruppe bestimmten Zeitung findet man da u.U. eine Notiz, die schlaglichtartig deutlich macht, wem es da worum geht.

An den Feiertagen hatte ich Zeit, den Stapel „sollte man noch lesen“ in Ruhe durchzugehen. Dabei auch die Monatsschrift der IHK Potsdam.  Dort berichtet man in der Nummer 12/2009 in aller Kürze von einem 13. Internationalen Oder Colloquium in Potsdam am 4.11. 2009. Interessant ist, was berichtet wurde: 1. Dass „noch viele Nadelöhre den modernen Schiffsverkehr behindern“, 2. „ noch immer regen sich Widerstände gegen den Ausbau der Schleusen in Kleinmachnow und Fürstenwalde oder den Sacrow-Paretzer Kanal“. Die beiden Themen sind bekannt.

Dann kommt als dritte Information das eigentlich Erstaunliche: nur einer der Redner wurde namentlich erwähnt – kein Binnenschiffer, kein Logistikexperte, kein Verkehrsplaner, sondern Dieter Raschmann vom Bauindustrieverband. So sehr sollte sicher nicht deutlich werden, wer hier ein Hauptinteresse hat.

Dieses Interesse wirkt auch nicht nur auf die IHK sondern – wie man vernehmen kann – auch auf die neue Infrastrukturministerin – ihr ging es angeblich gar nicht zuerst um die Schleuse in Kleinmachnow sondern um sie 40 Mio € Investitionen in Brandenburg.

Wenn der Bund 40 Mio € ausgeben will, dann lassen sich sicher noch andere Objekte finden, die der Brandenburger Bauindustrie diesen Umsatz sichern – und einen höheren Nutzen für Brandenburg haben außer das hier das Geld ausgegeben wird …
 

Thomas Singer
Sprecher der Kreistagsfraktion DIE LINKE in Potsdam Mittelmark