7. November 2016

Streit um neue Gesamtschule: Die Kreistagsfraktion der LINKEN. zu Besuch in Treuenbrietzen

Die stellvertretende Schulleiterin, Frau Hagenow, präsentiert den Fraktionsmitgliedern die Räumlichkeiten des Gymnasiums "Am Burgwall" . Quelle: LINKE.

Treuenbrietzen - Nach dem Scheitern des Kooperationsprojekts zwischen Brück und Treuenbrietzen zum Aufbau einer gemeinsamen Gesamtschule steht der Kreistag Potsdam-Mittelmark nun vor der Wahl eines Gesamtschulstandorts. Diesen Montag trafen sich die Mitglieder der Kreistagsfraktion der LINKEN. zur Diskussion mit den Befürworten von Treuenbrietzen im örtlichen Gymnasium “Am Burgwall“.

Der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Michael Knape, präsentierte anfangs das Konzept der Errichtung einer Gesamtschule in Treuenbrietzen, welches nicht nur von der lokalen Bevölkerung mehrheitlich unterstützt würde, sondern auch auf prominente Befürworter wie den Bildungsminister Brandenburgs, Günther Baaske, zählen könne. Vorteilhaft würden sich, neben vorhandenem Lehrpersonal, auch die bereits bestehenden Räumlichkeiten auswirken,  in welchen bis zu 600 Schüler Platz finden könnten. Hier biete sich, unter anderem, das Gebäude der ehemaligen Grundschule an. Durch die gute Anbindung an umliegende Gemeinden, sowohl mit der Bahn als auch durch die geplante stündliche Busverbindung mit Bad Belzig, seien kurze Wege und ein wohnortnaher Unterricht garantiert.

Während der anschließenden Diskussion sprach Kathrin Menz, Fraktionssprecherin der LINKEN., den laut demographischem Wandel eintreffenden Rückgang der Schülerzahlen in Hinblick auf die Mindestzahl an benötigten Anmeldungen an. Laut Knape hätten Berechnungen ergeben, dass die benötigte Anmeldezahl ebenfalls erreicht werden, so gäbe es pro Jahrgang bis zu 160 potentielle Neuzugänge. Auch für die Schulen im Einzugsgebiet der zukünftigen Gesamtschule könne von keiner existenziellen Gefährdung ausgegangen werden, notfalls wäre der Zugang durch die Anzahl an Klassenzügen regulierbar. Thomas Singer (LINKE.) stellte fest, “dass es nicht in erster Linie um die Strukturen und Räumlichkeiten geht, sondern um die Chancen und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler“. Ihm wurde versichert, die bisherigen positiven Erfahrungen im Bezug auf das große Angebot an AGs, die durchgeführten Maßnahmen zur Drogenprävention und den breiten schulsportlichen Aktivitäten auch in der neuen Schulform umzusetzen. Auch sei die Auszeichnung “Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage mehr als nur ein Titel“, so eine Diskussionsteilnehmerin. Anschließend lud die stellvertretende Schulleiterin, Frau Hagenow, zu einer Besichtigung der Räumlichkeiten des Gymnasiums ein, welche der zukünftigen Gesamtschule zur Verfügung stehen sollen.

Am 21.11.16 werden sich die Fraktionsmitglieder der LINKEN. mit den Verfechtern des Brücker Standorts treffen. Danach müsse man prüfen, ob die Inbetriebnahme einer neuen Schule schon 2017 möglich sei. Eine Stellschraube könnte sein, dass der Kreistag nicht erst am 30.3. entscheide.