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„Komm´ wieder, wir brauchen dich hier!“

Mein viertes Praktikum mache ich in der Kita eines freien Trägers, dem Wir e.V. Kinderförderverein. Die Plauer Spatzen befinden sich im Kinder- und Familienzentrum in der Königsmarckstrasse in Brandenburg/Havel.

Ich betrete ein modernes Gebäude mit viel Licht und stehe gleich in der Cafeteria. Kein Vergleich zu den bisherigen Kitas, die sich alle in alten Gebäuden befanden.

Die Leiterin Frau Drese empfängt mich freudig und erklärt gleich mal, dass die Kinder ab 3 Jahre in der Cafeteria das Mittagessen in Selbstbedienung einnehmen. Am Tresen tut sich jeder das auf den Teller, was er gerne essen möchte. Später kann ich mich davon überzeugen, wie gut das sogar bei den Zweijährigen schon funktioniert. Allerdings bin ich hier noch derjenige, der den Teller füllt.

Im Dienstzimmer von Frau Drese erfolgt die „Einweisung“ in mein Praktikum. Im Schnelldurchgang erfahre ich das Konzept der Kita. Bereits ab zwei Jahre geht es um viel Kontakt, viel sehen, viel Selbständigkeit. Wärend hier noch gruppenbezogen gearbeitet wird, beginnt ab 3 Jahre die elementare Bildung mit so genannten Bezugserzieherinnen für Mathe, Sprache, Musik, Sport und dem freien Spiel. Jedes Kind entscheidet was es machen möchte. Jeden Tag um 09.30 Uhr gibt es einen Guten Morgenkreis und ein Mal im Monat ist Kinderversammlung. Ziel ist die Kinder zu selbständigen kreativen kleinen Persönlichkeiten heranzubilden. Frühzeitig sollen Werte und Regeln vermittelt werden. Wir hauen nicht, wir schreien uns nicht an und haben Respekt voreinander, gehören dazu. Die Kita wurde nach diesem Konzept gebaut. Die Räume sind funktional angeordnet und eingerichtet. An der Ausgestaltung sieht man, dass gerade ein Neptunfest war und daß Kreativität der Kinder keine Luftblase ist.

Für die Neulinge gibt es in der Eingewöhnungszeit eine Spielgruppe für Kinder und Eltern. Integriert in die Kita ist auch eine Tagesmutti mit einem eigenen Bereich zu der später noch eine zweite kommen soll.

Dann geht es los. Rein in die Gruppe der Zweijährigen. Von den 14 Kindern sind heute 11 da und eine Erzieherin ist Krank. Da kommt der Praktikant wie gelegen. Aber nicht nur ich helfe. In anderen Gruppen sind Erzieherhelfer aus der Berufsorientierten Schule Kirchmöser da. Alexander aus der 8. Klasse ist mit voller Hingabe dabei und Frau Drese meint, der wird mal Erzieher.

Silvi lässt mich gleich mal das Obst für die Obstpause vorbereiten. Thematisch geht es diese Woche um den Apfel und Silvi greift zur Gitarre um das Apfellied zu singen. Dann ist Toilettengang. Das darf ich mit den 11 Kleinen erledigen und ich erlebe am praktischen Beispiel, was Selbständigkeit heißt. Die Kleinen haben durchweg keine Windel mehr und setzen sich selbst auf die Toilette. Bei den Jungs muss ich nur darauf achten, dass auch der kleine Pullerman richtig positioniert ist, sonst ist die Hose nass und das macht zusätzliche Arbeit. Trotzdem komme ich in´s schwitzen. Habe ich auch keins der Kleinen vergessen? Da die Hosen trocken bleiben, scheint es geklappt zu haben. Dann alle anziehen und raus an die frische Luft Sandkuchen backen. Nach dem bereits beschrieben Mittagessen geht es dann zur Mittagsruhe.

In der Pause sitze ich mit den Erzieherinnen zusammen. Der Platz reicht nicht aus, um alle Probleme hier aufzuführen. Aber eins wird klar, diesen Beruf kann frau nur mir Herz und voller Hingabe ausüben. Die Erzieherinnen haben, so wie in den anderen Kitas, Arbeitsverträge von 30 und 35 Stunden. Frau Drese hat ausgerechnet, daß dazu jede Erzieherin noch mindesten 15 Stunden „ehrenamtlich“ leistet. Sie sind am Limit! Eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels von 1:6 auf 1:5 bei den 0-3-jährigen, und von 1:12 auf 1:11 bei den 3-6jährigen ist dringend erforderlich. Dabei weist Frau Drese darauf hin, daß bei diesen statistischen Zahlen immer nur die Kinder eingerechnet sind, die 6 Stunden und mehr betreut werden. Die mit weniger Stunden kommen „oben drauf“. Und sobald jemand fehlt entsteht eine Lücke.

Bei der Verabschiedung ruft mir Silvi hinterher, komm´ wieder, wir brauchen dich hier. Ein besseres Lob kann ich mir gar nicht wünschen.


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