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Leon Troche

5.Brandenburger Betriebsrätekonferenz

Die 5. Brandenburger Betriebsräte Konferenz in der Potsdamer Staatskanzlei stand unter dem Motto Gute Arbeit in den Betrieben und Arbeit 4.0- Innovation durch Mitbestimmung.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verdeutlichte in seiner Eröffnungsrede wie wichtig es sei das die Betriebe attraktiver für Jugendliche werden, um sie in Brandenburg zu halten. Und das die Arbeit der Betriebsräte die Betriebe zu einem attraktiven Arbeitsplatz machen. Im Zusammenhang mit den Herausforderungen bezüglich der geflüchteten, hob er hervor dass diese eine Gesamtgesellschaftliche Angelegenheit sind. Er kündigte die Bildung eines Bündnisses für Brandenburg an.

Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin Brandenburg verwies darauf das Brandenburg nicht mehr als Billiglohnland gelte. Das hat sich unter anderen mit dem Brandenburger Vergabegesetz und der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes geändert. Dennoch gelten 40 % der Arbeitsplätze als unsichere Arbeitsplätze. Das Land sei zwar in der Förderpolitik der Wirtschaft  vorrangekommen aber die Sozialen Kriterien seien immer noch zu weich formuliert, so seine Kritik.

„Für den US-amerikanischen Onlineversandhändler Amazon ist Gute Arbeit ein Fremdwort“ so  Kai Scherbath der Betriebsratsvorsitzende von Amazon Logistik Potsdam GmbH. Amazon gibt sich in Deutschland als Logistiker aus,  um den einen Euro Stundenlohn zu sparen, den es im Einzelhandel mehr geben würde. Das ist in den USA genau umgekehrt.

Für Amazon ist gute Arbeit nicht nur in dieser Hinsicht ein Fremdwort. Auch in Brieselang ist man von Guter Arbeit noch weit entfernt. 650 Befristete Mitarbeiter die 30% weniger verdienen als ein unbefristeter Mitarbeiter sind zu viel. Unklar sind laut Scherbath die Auswahlkriterien bei Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse. Auch die Arbeitsbelastung bei Amazon ist groß. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit müssen die Mitarbeiter bis zu 20 Kilometer am Tag laufen das sind gut 100 Kilometer in der Woche so Scherbath. Zalando hat derzeit ähnliche Probleme und Scherbath hofft das man die gemeinsame Arbeit stärken kann um die Probleme in  den Betrieben zu lösen.

Eine ähnliche Situation spiegelt sich derzeit bei arvato direct services wieder.  „Bei uns sind 8,50 € leider der Höchstlohn“. Dafür gelten sie als eines der Familienfreundlichstes Unternehmen in Cottbus.

Ein Hilferuf ereilte die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Diana Golze (Die Linke)und den Ministerpräsidenten .  Der Betriebsratsvorsitzende des Eberswalder DB Werk bat die Minister um Hilfe. Dort wurde versprochen, dass bis zum 30.10.15 ein Lösungsvorschlag vorliegen würde, der möglichst viele Arbeitsplätze retten würde. Von 1200 Mitarbeitern sind nur noch 345 Mitarbeiter übrig. Die DB gehört mit 51% dem Bund. Es ist erforderlich, dass sich die Bundesregierung für die noch wenigen Mitarbeiter des Eberswalder DB Werkes einsetzt. Das Beispiel der Berliner S-Bahn wurde genannt. Hier hatte man bereits vor einiger Zeit S-Bahn Ausbesserungswerke geschlossen. Die Folge waren etliche Zugausfälle da die Mitarbeiter des S-Bahn Werkes Hundekehle nicht mehr rechtzeitig die Züge fertigstellen konnten. Nach kurzer Zeit wurden dann einige S-Bahn Werke wiedereröffnet. Wer die Bahn schwächt, schwächt die Wirtschaft. Der Betriebsratsvorsitzende verwies auch darauf, dass mit der Schließung des Werkes die 130 jährige Ausbildungserfahrung verschwinden würden.

Diana Golze verwies auf die notwendige Fortsetzung des Sozialpartnerdialogs. Sie kündigte dazu eine neue Richtlinien an. Diana Golze Sagte :“In Brandenburg gibt es 12.000 unbesetzte Ausbildungsstellen und über 40.000 Langzeitarbeitslose!        Bei der aktuellen Herausforderung bezüglich der Geflüchteten sei es wichtig sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Für Golze sei es undenkbar den Mindestlohn herabzusetzen. Das würde zu sozialen Spannungen führen.“

Bei dem Thema Arbeit 4.0 geht es um die weitere Digitalisierung der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung in der Zukunft.

Walter Krippendorf vom IMU Berlin: „Arbeit und Industrie 4.0 muss man immer mit den 4 Handlungsfelder betrachten das sind Qualifikation, Die Arbeitsbedingungen, Die Arbeitsorganisation und Beschäftigungssubstitution“.

Dr. Frederike Haase, Abteilungsleiterin Arbeit, Qualifikation, Fachkräfte im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie betonte in ihrem Schlusswort das auch bei diesem Thema der Mensch immer im Mittelpunkt stehen muss.

 

 


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