Gedanken aus Gesprächen mit Asylbewerbern
Wir wurden auch gefragt, warum so wenig Schiffe auf dem Teltowkanal fahren oder warum man das Bäketal als Landschaftsschutzgebiet belässt. Durchaus berechtigte Fragen, die davon zeugen: Man will in Deutschland ankommen, man will seine zweite Heimat verstehen.
Zur Willkommenskultur gehört also auch, sich den berechtigten Fragen der Asylbewerber zu stel- len – darüber hatte ich bisher noch nicht so tiefgründig nachgedacht. Diese Menschen bereichern mit ihrer Kultur, ihren Erfahrungen und ihren Fragen unser Leben.
Apropos Willkommenskultur, wie viele andere engagiere ich mich seit längerer Zeit dafür. Es war auch im Zusammenhang mit unserem Spaziergang ein gutes Gefühl, die Aufgeschlossenheit vieler Bürger gegenüber den Asylbewerbern zu spüren. Ein Anruf genügte und wir konnten die Stahnsdorfer Dorfkirche sachkundig erklärt bekommen. Begeistert waren die Kinder von der Möglichkeit des spontanen Besuches bei der Feuerwehr. Das gemeinsame anschließende Kaffeetrinken wurde von verschiedenen Stahnsdorfer Frauen mit vielem Engagement vorbereitet. Seitens der Hausbewohner spürten wir die Freude der Kinder und die Dankbarkeit der Erwachsenen. Mancher von den jungen Männer öffnete sich und erzählte ein wenig von seinem Schicksal. Wenn es gewünscht wird und möglich ist, sollten wir dafür ein offenes Ohr haben. So notwendig wie die materielle Hilfe des Staates und das Engagement der Sozialarbeiter des Übergangswohnheimes sind, so hilfreich und notwendig wie Spenden der Bürger auch immer sind, genauso wichtig ist es, mit jedem, der gewillt ist, seinen Weg zur Aufnahme in unsere Gesellschaft zu finden, das denke ich.
Beate Koch
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