Unterbringung von Flüchtlingen in Damsdorf
Wieder einmal erfahren die Abgeordneten des Kreistages PM eine weitreichende Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises aus der Zeitung. Und das, obwohl der zuständige Sozialausschuß zu letzt am 7.5.15 tagte und die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf der Tagesordnung stand. Ganz sicher war zu diesem Zeitpunkt die Idee schon geboren, zumindest angedacht.
Eigentlich war es bis heute Konsens zwischen der Verwaltung und den Abgeordneten, dass so große Unterkünfte, wie schon mal Anfang der 90er Jahre praktiziert, nicht wieder in Betracht kommen. Wenn man nun von diesem Prinzip abweichen möchte, hätte es zumindest einer rechtzeitigen Information des federführenden Ausschusses bedurft. Einig waren wir uns auch darüber,dass in so einem Fall, die betroffene Kommune und deren Einwohner rechtzeitig in die Vorbereitung einbezogen werden. Dies ist ganz sicher nicht mit einer geschlossenen Sitzung der Gemeindevertretung erfüllt.
Die Standortwahl und deren Eignung für Flüchtlinge insbesondere für Familien mit Kindern, halte wir für mehr als zweifelhaft. Die benötigte Infrastruktur wie Kita, Schule, Gesundheitsversorgung, Einkaufsquellen, Busanbindung u.ä. sind nicht gegeben. Dies alles zu ermöglichen, kostet vor allem Zeit und auch Geld. Darüber hinaus auch Menschen, die dies steuern und begleiten. Die Gebäude sind seit 2004 unbewohnt und deshalb ist davon auszugehen, dass sie einer gewissen Instandsetzung bedürfen. Wie Bewohner dort bereits ab 1.7. menschenwürdig untergebracht werden sollen, ist zumindest ein große Herausforderung.
Bedauerlich ist auch, dass durch diese Verfahrensweise, die langsam gewachsene Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber den Hilfesuchenden und die entstandene Willkommenskultur aufs Spiel gesetzt werden. Dies alles erleichtert den vor Ort verantwortlich agierenden Menschen nicht gerade die Arbeit bei der Lösung des zugegeben schwierigen Problems.
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